Arbeitsplatzgestaltung für das Arbeiten im Homeoffice
Eine Studie im Auftrag des SECO, die im Jahr 2025 durchgeführt wurde, verfolgt das Ziel, Mängel der ergonomischen Gestaltung von Homeoffice-Arbeitsplätzen und weiteren Arbeitsbedingungen zu identifizieren, sowie eine Analyse ihrer Verteilung innerhalb der Stichprobe der im Homeoffice tätigen Mitarbeitenden vorzunehmen.
In der Schweiz wird häufig im Homeoffice gearbeitet. Aufgrund gesetzlicher Vorgaben zum Schutz der Privatsphäre ist das Besuchsrecht durch Betriebe und Vollzug eingeschränkt. Um den Gesundheitsschutz bei der Arbeit im Homeoffice verbessern zu können, werden Informationen zu den dortigen Arbeitsbedingungen benötigt. Die vorliegende Studie verfolgte deshalb das Ziel, Mängel der ergonomischen Gestaltung von Homeoffice-Arbeitsplätzen und weiteren Arbeitsbedingungen zu identifizieren, sowie eine Analyse ihrer Verteilung innerhalb der Stichprobe der im Homeoffice tätigen Mitarbeitenden vorzunehmen. Zudem sollten wichtige Merkmale erfasst werden, die in Zusammenhang mit diesen Mängeln stehen. Bekannte Good Practices (wie betriebliche Regelungen und Unterstützungsangebote) sollten ebenfalls berücksichtigt werden.
Die Untersuchung basierte auf der Befragung einer Gelegenheitsstichprobe mit insgesamt 2'855 Antworten sowie ergänzend auf einer experimentellen Fotoanalyse, bei der 144 Datensätze mit Fotos der Homeoffice-Arbeitsplätze der befragten Personen einbezogen wurden.
Nachfolgend werden die wichtigsten Ergebnisse aus der Studie kurz dargestellt.
- Die Homeoffice-Arbeitsplätze der Teilnehmenden waren überwiegend gut gestaltet. 90% der Teilnehmenden waren zufrieden oder sehr zufrieden mit ihrem Arbeitsplatz im Homeoffice. Zwei Drittel verfügten über einen eigenen Raum, ebenfalls zwei Drittel über einen ergonomischen Bürodrehstuhl. Externe Bildschirme, Tastatur, Maus und Headset waren in der Regel vorhanden.
- Ungenügend war die Platzierung des Arbeitsplatzes im Raum (Gefahr von Blendung), das Fehlen eines höhenverstellbaren Tisches (zwei Drittel der Teilnehmenden), sowie die Anpassung von Mobiliar an individuelle Körpermasse. Letzteres weist auf die Notwendigkeit spezifischer Schulungen hin.
- Ersichtlich ist auch eine Diskrepanz zwischen der Selbsteinschätzung der Befragten und der Beurteilung der Arbeitsplätze durch Ergonomie-Fachpersonen anhand von Fotos.
- Insbesondere jüngere Mitarbeitende (16-24 Jahre) profitieren für die ergonomische Gestaltung ihres Homeoffice-Arbeitsplatzes (und für ihre Gesundheit) von fachlicher Unterstützung bei der Einrichtung. Bei ihnen wirkte sich auch eine gute Gestaltung sozialer Beziehungen stärker auf die Gesundheit aus als bei den anderen Altersgruppen. Beide Aspekte sind deshalb von Betrieben zu berücksichtigen.
- Es besteht Informationsbedarf zu bestehenden Schulungsangeboten, da diese nur 21% der Teilnehmenden bekannt waren – obwohl bei 52% der Teilnehmenden durch den Betrieb angeboten. Schulungsbedarf besteht ergänzend zu spezifischen Homeofficethemen (z. B. zu Arbeitsraum, Bewegungsraum und Mobiliarplatzierung, Anforderungen an das Mobiliar, Blendung).
- 17% hielten es für sicher, dass sie bei der Arbeit im Homeoffice digital überwacht werden, 57% fühlten sich überwacht oder waren diesbezüglich unsicher. Dies war verbunden mit Stress, Konzentrationsproblemen und schlechterer Gesundheit.
- Tätigkeit im Homeoffice beinhaltet das Risiko, dass vermehrt Präsentismus (krank arbeiten) auftritt. Präsentismus wurde von 80% der Teilnehmenden berichtet. Es zeigte sich ein Zusammenhang mit den meisten erhobenen Beschwerden und einem schlechteren allgemeinen Gesundheitszustand.
Folgende Handlungsempfehlungen zur Verbesserung des Gesundheitsschutzes wurden abgeleitet:
- Verwendung von Fotos zur Analyse der Homeoffice-Situation
- Schutz und Unterstützung vulnerabler Personengruppen
- Ergänzungen und Optimierungen bei Anleitungen, Schulungen und Instruktio
Über den Autor
Bundesamt für Gesundheit BAG
Gesundheit liegt uns am Herzen. Als Teil des Eidgenössischen Departements des Inneren ist das Bundesamt für Gesundheit BAG verantwortlich für die Gesundheit der Bevölkerung, entwickelt die schweizerische Gesundheitspolitik und setzt sich für ein langfristig leistungsfähiges und bezahlbares Gesundheitssystem ein.
Zur OrganisationNeue Aktivitäten fehlen?
Arbeiten Sie in einer Behörde / NPO / sonstigen Organisation im Bereich der Prävention, dann haben Sie hier die Möglichkeit ...
- Artikel schreiben
- Bilder herunterladen
- Adressverzeichnis nutzen
Sie besitzen bereits ein Konto? Jetzt einloggen