Soziale Beziehungen stärken die psychische Gesundheit

Die Broschüre «Soziale Ressourcen» von Gesundheitsförderung Schweiz wurde vollständig überarbeitet. Sie zeigt, warum soziale Unterstützung ein zentraler Schutzfaktor für die psychische Gesundheit ist und wie Gemeinden, Kantone und Praxispartner Menschen dabei unterstützen können, Hilfe zu suchen, anzunehmen und anzubieten.

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Quelle: iStock

Soziale Ressourcen schützen die psychische Gesundheit

Menschen, auf die man zählen kann, soziale Teilhabe und Hilfe im richtigen Moment: Diese sozialen Ressourcen spielen eine wichtige Rolle für die psychische Gesundheit. Sie ergänzen persönliche Ressourcen wie die Selbstwirksamkeit, also die Überzeugung, schwierige Situationen bewältigen und aktiv handeln zu können. Die Broschüre «Soziale Ressourcen», die im April 2026 vollständig überarbeitet wurde, bündelt wissenschaftliche Erkenntnisse und Handlungsempfehlungen zur Stärkung sozialer Ressourcen (Bachmann, 2026).

Die Publikation unterscheidet drei Dimensionen: soziale Integration, soziale Netzwerke und soziale Unterstützung. Unterstützung kann verschiedene Formen annehmen: praktische Hilfe, emotionale Unterstützung, hilfreiche Informationen oder Rückmeldungen zu einer Situation. Entscheidend ist also nicht nur, von Menschen umgeben zu sein, sondern in vertrauensvollen Beziehungen Hilfe geben und annehmen zu können.

Hilfe suchen ist nicht immer einfach

Die Broschüre legt neu einen besonderen Fokus auf Hindernisse, die Menschen davon abhalten können, Unterstützung zu suchen oder anzunehmen. Dazu gehören die Angst, anderen zur Last zu fallen, der Wunsch nach Gegenseitigkeit, Stigmatisierung, Geschlechternormen, prekäre Lebenslagen oder die Sorge, an Autonomie zu verlieren. Diese Hindernisse betreffen unter anderem Eltern mit hoher Belastung, ältere Menschen, betreuende Angehörige und Menschen, die Diskriminierung erfahren.

Diese Perspektive ist für die Gesundheitsförderung wichtig: Es reicht nicht, Angebote bereitzustellen. Es braucht auch Bedingungen, die Hilfe sichtbar, zugänglich und akzeptabel machen. Dazu gehören niederschwellige Angebote, klare Kommunikation, Peer-Ansätze und ein aktiver Abbau von Stigmatisierung.

In Gemeinden, Schulen und Quartieren handeln

Gemeinden und Kantone verfügen über zahlreiche Handlungsmöglichkeiten. Quartierzentren, soziokulturelle Animation, zugängliche Freizeitangebote, Hausbesuche oder Freiwilligennetzwerke schaffen Orte der Begegnung und Teilhabe. Auch Schulen spielen eine zentrale Rolle: Ein gutes Klassenklima, die Prävention von Mobbing und die Beteiligung der Schülerinnen und Schüler fördern die soziale Integration von Kindern und Jugendlichen.

Die Broschüre enthält konkrete Empfehlungen für verschiedene Lebensphasen. Für Kinder und Jugendliche nennt sie unter anderem die frühe Förderung, die Unterstützung von Familien mit einem psychisch erkrankten Elternteil, Hilfen für Einelternfamilien, die Förderung eines guten Schulklimas und die partizipative Gestaltung kinderfreundlicher Räume. Für ältere Menschen betont sie wohnortnahe Angebote, gegenseitige Beziehungen und einen erleichterten Zugang zu sozialen Aktivitäten.

Eine gemeinsame Ressource stärken

Soziale Ressourcen liegen nicht allein in der Verantwortung des Individuums. Sie hängen auch vom Umfeld ab: von Lebensbedingungen, Mobilität, Zugänglichkeit, Raumplanung, Sozialpolitik und wohnortnahen Angeboten. Soziale Beziehungen zu stärken, ist deshalb eine Aufgabe der öffentlichen Gesundheit. Es ist auch ein konkreter Beitrag zur Lebensqualität und zur Prävention von sozialer Isolation.

Die überarbeitete Broschüre bietet Fachpersonen, Gemeinden, Kantonen und Partnern der Gesundheitsförderung eine hilfreiche Grundlage, um Massnahmen zu planen, anzupassen oder weiterzuentwickeln. Sie zeigt, wie soziale Beziehungen zu einem nachhaltigen Hebel für die psychische Gesundheit in allen Lebensphasen werden können.

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