Biografische Übergänge im Alter früh erkennen und Gesundheit stärken

Biografische Übergänge und kritische Lebensereignisse im Alter können sowohl Risiken als auch Chancen für die Gesundheit darstellen. Ein neues Faktenblatt von Gesundheitsförderung Schweiz zeigt, warum diese Lebensphasen für die Prävention besonders relevant sind und wie kantonale Programme gezielt unterstützen können.

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Biografische Übergänge im Alter können Herausforderungen, aber auch Chancen für Gesundheitsförderung sein.

Übergänge im Alter als Schlüssel für Prävention

Biografische Übergänge gehören zum Leben. Besonders im Alter können Ereignisse wie Pensionierung, Scheidung, Verwitwung oder der Eintritt in eine Pflegeinstitution das Wohlbefinden und die Gesundheit stark beeinflussen. Gleichzeitig sind diese Phasen oft Momente, in denen Menschen offen für Veränderungen sind. Für die Gesundheitsförderung eröffnen sich dadurch wichtige Ansatzpunkte für Präventionsmassnahmen.

Das neue Faktenblatt «Biografische Übergänge und kritische Lebensereignisse im Alter» von Gesundheitsförderung Schweiz richtet sich an Verantwortliche der Gesundheitsförderung in Kantonen und Gemeinden sowie an Projektleitende. Es ist in zwei Teile gegliedert. Der erste Teil enthält einen Fachbeitrag der Entwicklungspsychologin Pasqualina Perrig-Chiello zu Herausforderungen, Bewältigungsstrategien und zur Public-Health-Relevanz von Übergängen im Alter. Der zweite Teil fasst Überlegungen von Gesundheitsförderung Schweiz zur Umsetzung gesundheitsfördernder Massnahmen im Rahmen der kantonalen Aktionsprogramme (KAP) zusammen.

Unterschiedliche Übergänge – unterschiedliche Herausforderungen

Das Faktenblatt unterscheidet zwischen vorhersehbaren Lebensübergängen und unerwarteten kritischen Lebensereignissen. Während etwa die Pensionierung oft planbar ist, treten Ereignisse wie Krankheit, Trennung oder Verwitwung meist unerwartet auf und können besonders belastend sein. Beide Formen können zu Veränderungen der sozialen Rollen, der Identität und des Alltags führen.

Im sogenannten dritten Lebensalter (65–80 Jahre) spielen insbesondere zwei Übergänge eine wichtige Rolle:

  • Pensionierung, die neue Freiheiten, aber auch Herausforderungen wie finanzielle Unsicherheit oder negative Altersbilder mit sich bringen kann
  • Scheidung im Alter («Grey Divorce»), die mit erhöhten Risiken für Einsamkeit, Depression oder gesundheitliche Belastungen verbunden sein kann

Im vierten Lebensalter (ab etwa 80 Jahren) stehen andere Ereignisse im Vordergrund, etwa zunehmende Pflegebedürftigkeit, der Eintritt in eine Pflegeinstitution oder Verwitwung. Diese Ereignisse können die soziale Teilhabe einschränken und das Risiko für Isolation oder gesundheitliche Probleme erhöhen.

Resilienz und soziale Unterstützung stärken

Ob Menschen Übergänge gut bewältigen, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Neben individuellen Ressourcen spielen soziale Netzwerke, Bildung sowie unterstützende Strukturen eine wichtige Rolle. Resilienz – also die Fähigkeit, schwierige Situationen zu bewältigen – gilt als zentraler Schutzfaktor.

Für die Gesundheitsförderung bedeutet dies: Präventionsangebote sollten Menschen gezielt in solchen Übergangsphasen erreichen und unterstützen.

Ansatzpunkte für kantonale Aktionsprogramme

Das Faktenblatt zeigt zudem, wie Gesundheitsförderung im Rahmen der kantonalen Aktionsprogramme (KAP) ansetzen kann. Wichtige Elemente sind unter anderem:

  • frühzeitige Information und Beratung in Übergangsphasen
  • Förderung sozialer Netzwerke und sozialer Teilhabe
  • Unterstützung betreuender Angehöriger
  • Sensibilisierung für Einsamkeit und psychische Belastungen

Solche Massnahmen können dazu beitragen, gesundheitliche Risiken zu reduzieren und die Lebensqualität im Alter zu stärken.

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