Stadtspital Zürich

Pilotprojekt Social Prescribing

Von 2024 bis 2028 pilotieren das Gesundheits- und Umweltdepartement (GUD) und das Sozialdepartement (SD) der Stadt Zürich «Social Prescribing» in den Ambulatorien des Stadtspitals Zürich. Patient*innen, deren Gesundheit durch soziale Faktoren beeinträchtigt ist, werden vom medizinischen Fachpersonal an spezialisierte Link Worker überwiesen. Diese ermitteln die Bedürfnisse und vermitteln gezielt passende Angebote aus dem Gemeinwesen. Das Projekt wird von einer externen Evaluation begleitet.

Steckbrief

Themen
Trägerschaft
Regionen
Region Zürich
Finanzierung
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Projektstart
2024
Projektende
2028
Zur Motion

Projektdetails

Social Prescribing – Pilotprojekt der Stadt Zürich (2024–2028)

Das Gesundheits- und Umweltdepartement (GUD) und das Sozialdepartement (SD) der Stadt Zürich führen von 2024 bis 2028 ein Pilotprojekt zu «Social Prescribing» in fünf Ambulatorien des Stadtspitals Zürich durch. Das Projekt wurde durch eine Motion der AL im Gemeinderat angestossen und zielt darauf ab, die Lücke zwischen medizinischer Versorgung und sozialer Hilfe zu schliessen.

Wer mit chronischen Schmerzen, Anzeichen von Demenz oder anderen gesundheitlichen Beschwerden zum Arzt kommt, erhält in der Regel eine Diagnose und ein Rezept für Medikamente oder Therapien. Nicht selten gehen mit einer Erkrankung jedoch auch soziale Herausforderungen einher – oder die eigentliche Ursache liegt im Sozialen: Einsamkeit verstärkt Schmerzen, finanzielle Sorgen blockieren den Heilungsprozess.

Das Konzept stammt ursprünglich aus Grossbritannien, wo es bereits flächendeckend eingesetzt wird und das Gesundheitssystem nachweislich entlastet. Medizinisches Fachpersonal identifiziert dabei soziale Belastungsfaktoren und überweist betroffene Patientinnen und Patienten an ausgebildete Sozialarbeitende, sogenannte Link Worker. Diese klären in mehreren Sitzungen die individuellen Bedürfnisse ab und vermitteln gezielt passende Angebote aus dem Gemeinwesen – etwa Nachbarschaftstreffs, Aktivierungs- und Gesprächsgruppen, Schreibdienste oder Schuldenberatungen. Ziel ist nicht der Aufbau von Parallelstrukturen, sondern die gezielte Nutzung des bereits gut ausgebauten sozialen Netzes der Stadt Zürich.

Die bisherigen Erfahrungen überraschen hinsichtlich der Altersstruktur: 75 Prozent der Teilnehmenden sind unter 65 Jahre alt. Die grösste Gruppe bilden die 50- bis 64-Jährigen, gefolgt von den 18- bis 34-Jährigen – darunter etwa Long-Covid-Betroffene, die mit arbeitsrechtlichen Problemen und sozialer Isolation konfrontiert sind.

Für die vierjährige Pilotphase stehen 2,5 Millionen Franken aus einem städtischen Verpflichtungskredit zur Verfügung. Eine Abrechnung über die Krankenkasse ist derzeit nicht möglich, da soziale Interventionen nicht im Leistungskatalog der Grundversicherung enthalten sind. Das Projekt wird wissenschaftlich begleitet und extern evaluiert. Bis 2028 sollen belastbare Daten vorliegen – mit dem Ziel, das «soziale Rezept» langfristig als anerkannten Bestandteil der Therapie zu etablieren.

Ansprechperson

Bodo Bichsel

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