Umami stärkt die Ernährungsbildung in der Primarschule

Die formative Evaluation von umami bestätigt den Nutzen einer erlebnisorientierten, interdisziplinären und lehrplanverankerten Ernährungsbildung. Die Schülerinnen und Schüler zeigten sich engagiert, während die Lehrpersonen die Materialien als klar und praxistauglich bewerteten. Die Evaluation zeigt zudem, welche Voraussetzungen eine nachhaltige Verbreitung an Schweizer Schulen fördern.

Umami
iStock/Gesundheitsförderung Schweiz

Ernährung, Gesundheit und Nachhaltigkeit verbinden

Das Programm umami richtet sich an Schülerinnen und Schüler der Zyklen 1 und 2. Entwickelt wurde es von der Stiftung Senso5, der Berner Fachhochschule und der Pädagogischen Hochschule Wallis. Es verbindet Ernährung, Esskultur und Nachhaltigkeit.

Der aktive und sensorische Ansatz lädt Kinder dazu ein, Lebensmittel zu entdecken, Erfahrungen auszutauschen und eigenes Wissen aufzubauen. Das Programm umfasst 32 Lerneinheiten zu acht Themen. Die digitalen Materialien sind mit dem Lehrplan 21 und dem Plan d’études romand abgestimmt. Sie fördern zudem überfachliche Kompetenzen wie kritisches Denken und selbstständiges Reflektieren.

Evaluation in vier Kantonen

Gesundheitsförderung Schweiz gab eine formative Evaluation in Auftrag. Sie untersuchte die Akzeptanz, die Benutzerfreundlichkeit und den wahrgenommenen Nutzen des Programms. Fünf Lerneinheiten wurden an acht Schulen in den Kantonen Bern, Freiburg, Genf und Wallis getestet.

An der Evaluation nahmen 111 Schülerinnen und Schüler teil. Ergänzend fanden Fokusgruppen mit acht Lehrpersonen sowie Gesprächsrunden mit 38 Vertreterinnen und Vertretern verschiedener Interessengruppen statt.

Die Aktivitäten motivieren die Kinder

Die Schülerinnen und Schüler bewerteten die Aktivitäten als unterhaltsam, verständlich und motivierend. Die durchschnittlichen Bewertungen lagen bei den meisten Kriterien zwischen 4,2 und 4,4 von 5 Punkten. Besonders beliebt waren praktische Tätigkeiten wie Probieren, Experimentieren und Zeichnen.

Freude und Interesse standen in engem Zusammenhang mit dem wahrgenommenen Nutzen und den Lernergebnissen. Die Lehrpersonen lobten die Klarheit, Flexibilität und Unterrichtstauglichkeit der Materialien. Sie hoben zudem die positive Atmosphäre im Unterricht und die gute Einbindung in die bestehenden Lehrpläne hervor.

Hindernisse bei der Umsetzung abbauen

Die Interessengruppen würdigten die wissenschaftliche Grundlage und den interdisziplinären Ansatz von umami. Gleichzeitig nannten sie mehrere Herausforderungen: knappe Zeit, begrenzte finanzielle Mittel, dichte Lehrpläne und politische Sensibilitäten rund um Ernährungsthemen.

Die Evaluation empfiehlt, die Verknüpfung mit der Bildung für nachhaltige Entwicklung zu stärken. Auch kulturelle Aspekte und die soziale Nachhaltigkeit sollen stärker berücksichtigt werden. Klare Zeitangaben, Weiterbildungen für Lehrpersonen und Massnahmen zur Einbindung der Familien können die Umsetzung zusätzlich erleichtern.

Acht Empfehlungen unterstützen die Weiterentwicklung

Die acht Empfehlungen der Evaluation zielen darauf ab, die Programmziele zu präzisieren, die institutionelle Verankerung zu stärken und die offizielle Anerkennung zu fördern. Sie sollen zudem eine nachhaltige Verbreitung in der ganzen Schweiz unterstützen.

Damit erhalten Fachpersonen aus Bildung, Gesundheitsförderung und Verwaltung eine konkrete Grundlage, um Ernährungsbildung langfristig im Schulalltag zu verankern.

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