Umgang mit Sterben und Tod in der Suchtarbeit
Sterben und Tod sind in der Suchtarbeit allgegenwärtig – und oft schwer anzusprechen. Die Fortbildung bietet Raum, den professionellen Umgang mit Verlust, Trauer und Endlichkeit zu reflektieren. Sie vermittelt konkrete Kommunikationsstrategien und stärkt die eigene Haltung im Spannungsfeld von Empathie, Distanz und Schadensminderung.
Details zum Event
- Datum und Uhrzeit
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26. November 2026
09:15 - 12:30 - Ort
- Zürich
- Veranstalter:in
- Fachverband Sucht
- Themen
Beschreibung
Fachpersonen im Suchtbereich stehen alltäglich vor der anspruchsvollen Aufgabe, Klient:innen bei der existenziellen Erfahrung eines Todesfalls im Umfeld professionell zu begleiten. Wie kann ein offener und professioneller Umgang mit Sterben und Tod ermöglicht werden? Klient:innen sind durch Überdosierungen, Nahtoderfahrungen, den Verlust von Weggefährt:innen sowie durch eine niedrigere Lebenserwartung von Menschen mit Abhängigkeitserkrankungen regelmässig mit dem Tod konfrontiert. Wie lässt sich der Zusammenhang zwischen risikohaftem Konsum, Sterben und Tod sensibel thematisieren, ohne zu überfordern oder zu moralisieren? Todesfälle im Umfeld wirken oft zutiefst verunsichernd, da sie die eigene Verletzlichkeit und die Risiken des Konsums sichtbar machen. Ein reflektierter Umgang mit diesen Erfahrungen ist zentral, um Klient:innen Halt zu geben, ohne sie zu überfordern. Denn Sterben und Tod sind in der Suchtarbeit kein Randthema, sondern prägen den Alltag vieler Klient:innen und Fachpersonen unmittelbar.
Gleichzeitig zeigt sich, dass die Begleitung mit erheblichen Hürden verbunden ist. Die Thematisierung von Tod und Sterben stösst im Alltag der Suchthilfe auf mehrere Barrieren: Neben der gesellschaftlichen Tabuisierung der Thematik und der Stigmatisierung (verstorbener) konsumierender Menschen, entwickeln viele Klient:innen ein Narrativ der eigenen Unverletzlichkeit, oft als Teil ihrer eigenen Bewältigungsstrategie. Auch für Mitarbeitende von Suchthilfeinstitutionen ist die ständige Präsenz des Todes belastend und kann Gefühle von Ohnmacht und Hilflosigkeit auslösen. Die professionelle Balance zwischen Empathie und professioneller Distanz stellt in Trauerfällen auch eine grosse Herausforderung dar.
Diese interprofessionell angeleitete Fortbildung bietet Raum, sich fachlich mit dem Umgang von Sterben und Tod in der Suchtarbeit auseinanderzusetzen. Gemeinsam werden Strategien für eine offene, sensible Kommunikation entwickelt und die eigene professionelle Haltung und Rolle im Team im Spannungsfeld von Schadensminderung, Begleitung und Endlichkeit reflektiert.
Themen
- Kommunikationsstrategien zur Unterstützung von Klient:innen bei der Verarbeitung von traumatischen Erlebnissen (z.B. Nahtoderfahrungen, Verlust von Freunden)
- Auseinandersetzung mit der eigenen Rolle und Sterblichkeit als Fachperson.
- Bedeutung von Trauerritualen und sowie der Umgang mit Bewältigungs- und Abwehrmechanismen.
Zielgruppe
Fachpersonen aus dem Suchtbereich, insbesondere aus der Schadensminderung, der aufsuchenden Arbeit sowie aus stationären Einrichtungen. Die Fortbildung steht allen interessierten Fachpersonen offen, die in ihrem Arbeitsalltag mit den Themen Sterben und Tod konfrontiert sind.