PGV-Suizidprävention: Von Einzelprojekten zum nationalen Ansatz

Die Suizidprävention ist ein Themenschwerpunkt der Prävention in der Gesundheitsversorgung (PGV). Aufbauend auf erfolgreichen Einzelprojekten werden wirksame Interventionen gebündelt und in einem nationalen Ansatz weiterentwickelt. Dieser verfolgt die Vision einer nationalen, digitalen Anlaufstelle zur Suizidprävention, die bewährte Tools aus der ganzen Schweiz bündelt und zugänglich macht.

Sui T Swiss suicide prevention toolbox

Suizidprävention als gemeinsame Aufgabe

In der Schweiz sterben täglich rund drei Menschen durch Suizid. Gleichzeitig nehmen viele Betroffene keine professionelle Hilfe in Anspruch. Der Nationale Aktionsplan Suizidprävention verfolgt das Ziel, die Suizidrate bis 2030 deutlich zu senken.

Zahlreiche Akteur*innen engagieren sich auf nationaler und kantonaler Ebene, um den niederschwelligen Zugang zu Unterstützungsangeboten zu ermöglichen und den Gesundheitspfad besser zu koordinieren.

Einzelprojekte als Ausgangspunkt

Im Rahmen der PGV-Projektförderung wurden zwischen 2021 und 2025 vier Projekte zur Unterstützung von Patienten*innen nach einem Suizidversuch im Anschluss an einen Klinikaustritt umgesetzt: SERO, ASSIP flex, ASSIP Suisse Romande und AdoASSIP.

Diese Projekte ergänzten die konservative Behandlung durch evidenzbasierte Kurzinterventionen und stärkten unter anderem das Selbstmanagement, die Einbindung von Angehörigen sowie die interprofessionelle Zusammenarbeit.

Erkenntnisse aus der Evaluation

Die Projekte wurden extern evaluiert – sowohl einzeln als auch projektübergreifend. Die Ergebnisse zeigen:

  • Kurzinterventionen lassen sich wirksam in bestehende Versorgungsstrukturen integrieren
  • interprofessionelle Zusammenarbeit ist zentral
  • zielgruppenspezifische Angebote stärken die Selbstwirksamkeit
  • nachhaltige Wirkung erfordert eine stärkere Vernetzung

Synergien nutzen und bündeln

In der nächsten Umsetzungsphase, der Übergangsphase (2026–2030), werden die Erkenntnisse und Ergebnisse der Einzelprojekte in einem gemeinsamen nationalen Ansatz weiterentwickelt: der Swiss Suicide Prevention Toolbox (SuiT).

SuiT bündelt bewährte Interventionen aus den vier Pilotprojekten und entwickelt daraus ein koordiniertes Angebot. Ziel ist es, Synergien systematisch zu nutzen, bestehende Ressourcen zu vernetzen und nachhaltige Versorgungsstrukturen aufzubauen.

Im Zentrum steht eine geschützte, digitale Toolbox, die Betroffenen, Angehörigen und Fachpersonen einen niederschwelligen Zugang zu passenden Unterstützungsangeboten ermöglicht. 

Mehrwert für die Gesundheitsversorgung

Die Bündelung der Projekte schafft einen klaren Mehrwert:

  • bessere Orientierung im Versorgungssystem
  • niederschwelliger Zugang zu Unterstützung
  • stärkere Vernetzung zwischen Akteur*innen
  • langfristige Sicherung wirksamer Interventionen 

Damit leistet SuiT einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung des Nationalen Aktionsplans Suizidprävention.

Weiterführende Informationen

Vertiefende Informationen finden Sie hier:

Fazit

Das Beispiel von SuiT zeigt exemplarisch, wie aus Einzelprojekten ein gemeinsamer, nationaler Ansatz entstehen kann. Durch die Bündelung von Wisssen, präventiven Interventionen und der gezielten Nutzung von Synergien entsteht partizipativ ein wirksames, nationales Good-Practice-Modell.

Über den Autor

Gesundheitsförderung Schweiz

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Wir sind eine privatrecht­liche Stiftung, die von Kantonen und Versicherern getragen wird. Mit gesetzlichem Auftrag initiieren, koordinieren und evaluieren wir Massnahmen zur Förderung der Gesundheit und zur Verhütung von Krankheiten. Unser langfristiges Ziel ist eine gesündere Schweiz.

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