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Schadensminderung

Massnahmen zur Schadensminderung setzen bei den Risiken und negativen Folgen von Suchtverhalten an – nicht bei der Sucht selbst. Soziale und gesundheitliche Risiken von Sucht sollen reduziert oder vermieden werden. Die Förderung der Konsumkompetenz, Safer Use und risikoarme Konsumformen stehen im Fokus. Aber auch schädliche Auswirkungen auf Dritte sollen vermieden oder reduziert werden. Dazu gehören Gewalttaten, Unfälle und Beeinträchtigungen des Umfelds, insbesondere der Familienangehörigen.
Die Schadensminderung zielt auf den Erhalt der Gesundheit der Suchtbetroffenen sowie auf den Schutz von Angehörigen und Gesellschaft. Dies, ohne dass Betroffene den Konsum oder das Risikoverhalten aufgeben müssen – denn sie können oder wollen oft nicht darauf verzichten.
Die Schadensminderung ist neben Kontrolle/Repression, Prävention und Therapie die vierte Säule der Schweizer Drogenpolitik. Sie etablierte sich in den 1990er Jahren, als Angebote wie Spritzen-Umtausch, Fixerräume oder die niederschwellige Methadon-Abgabe halfen, die offene Drogenszene und die Beschaffungskriminalität in den Griff zu bekommen. Diese Säule wurde 2008 im Betäubungsmittelgesetz BetmG verankert und später auf weitere Suchtformen und Risikoverhalten übertragen.
Für einige stark abhängige Menschen umfasst die Schadensminderung unmittelbare Überlebenshilfe. Bei ihnen steht nicht die Behandlung der Sucht im Vordergrund, sondern die Stabilisierung des Gesundheitszustandes und der sozialen Situation. Ihnen soll trotz aktuellem Suchtverhalten ein möglichst beschwerdefreies und selbstbestimmtes Leben möglich sein. Bleibende Schäden, wie beispielsweise eine Ansteckung mit einer Infektionskrankheit, sollen vermieden werden.
Sucht- und Risikoverhalten haben auch negative Folgen für die Gesellschaft. Schadensminderung auf gesellschaftlicher Ebene verringert diese. Darunter fallen der Passivrauchschutz oder Massnahmen, die Unfälle oder Gewalt im Zusammenhang mit Sucht vermeiden. So werden z.B. Junglenkerinnen und Junglenker im Ausgang zur ÖV-Nutzung motiviert. Andere Angebote der Schadensminderung, wie Notschlafstellen oder betreute Treffpunkte, entlasten den öffentlichen Raum und vermeiden eine offenen Drogen- und Alkoholszene.
Die Schadensminderung zielt auf das Verhalten des Einzelnen und auf die Verhältnisse. So ermöglichen z.B. Apps zu kontrolliertem Trinken, den Alkoholkonsum zu prüfen und die Trinkmenge zu reduzieren. Auch Kontakt- und Anlaufstellen, wo Konsumierende in beaufsichtigten Räumen unter hygienischen Bedingungen Drogen einnehmen, zählen zur Schadensminderung. Drug-Checking-Angebote schützen Konsumierende psychoaktiver Substanzen vor Überdosierung und unerwünschten Wirkungen von Streckmitteln.
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