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Medikamente

Psychoaktive Medikamente lindern zahlreiche Krankheiten und Beschwerden. Viele Schmerz-, Beruhigungs- und Schlafmittel haben allerdings Suchtpotential. Es ist riskant, wenn Medikamente ohne medizinischen Grund, mit der falschen Dosis oder anders als verschrieben eingenommen werden. Solch missbräuchlicher Konsum kann zu einer Medikamentenabhängigkeit führen. Eine Medikamentenabhängigkeit entwickelt sich meist schleichend und wird häufig erst spät entdeckt.
Schlaf- und Beruhigungsmittel sind beliebte Gegenmittel bei Schlafstörungen oder Angstzuständen. Richtig eingesetzt sind Benzodiazepine und ähnliche Medikamente sehr wirksam. Wer sie allerdings längerfristig einnimmt, riskiert eine Abhängigkeit. Im Jahr 2018 konsumierten über zwei Prozent der Schweizer Bevölkerung fast täglich Schlaf- und Beruhigungsmittel. Vom problematischen Gebrauch solcher Medikamente sind Frauen häufiger betroffen als Männer, ältere Menschen öfter als jüngere.
Opioidhaltige Schmerzmittel haben ein hohes Suchtpotential. Dennoch werden sie häufig verschieben. Ihr Gebrauch, sowohl verschrieben als auch illegal, hat in vielen Ländern zugenommen, allen voran in den USA. Dies führte zu mehr Opioid-Abhängigkeiten und Todesfällen. Auch in der Schweiz nehmen immer mehr Personen opioidhaltlige Schmerzmittel ein: 2016 waren es rund 2% der Erwachsenen. Frauen sind stärker betroffen als Männer. Mit dem Alter steigt die Häufigkeit der Einnahme deutlich.
Einige Menschen versuchen ihre Leistungsfähigkeit mit Medikamenten zu steigern, zum Beispiel im Beruf, in der Schule oder im Sport. Das «Gehirn-Doping» mit sogenannten Psychostimulanzien wie Ritalin ist in der Schweiz allerdings relativ selten: 2018 gaben 1.5% der Bevölkerung an, dass sie ihre Aufmerksamkeit oder Leistungsfähigkeit im letzten Jahr mindestens einmal mit Medikamenten steigern wollten. Auch andere Medikamente, wie beispielsweise Anabolika, werden teilweise problematisch angewandt.
Die Prävention des problematischen Medikamentengebrauchs ist herausfordernd, da Medikamente gesundheitliche Probleme grundsätzlich lindern sollen. Zentral für die Prävention sind Gesundheitsfachpersonen. Alternative Behandlungsmöglichkeiten sind zu prüfen und psychoaktive Medikamente nach der 4-K-Regel zu verschreiben: klare Indikation, kleine Dosis, kurze Anwendung und kein abruptes Absetzen. Gesundheitsfachpersonen müssen geschult und zum problematischen Gebrauch sensibilisiert werden.
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