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Betreuende Angehörige

In der Schweiz betreuen rund 600 000 Personen ihre Angehörigen. Diese Betreuenden sind Kinder, Jugendliche, Erwachsene und hochaltrige Personen. Dank ihnen können Ältere, Kranke oder Menschen mit Einschränkungen weiterhin zu Hause leben und in ihrem gewohnten Umfeld bleiben. Wer Angehörige zu Hause betreut und pflegt, leistet wertvolle Arbeit. Aufgrund der demografischen Entwicklung wird die Betreuung und Pflege kranker Familienmitglieder durch Angehörige künftig noch wichtiger.
Betreuende Angehörige übernehmen ganz unterschiedliche Aufgaben, von der Lebensrettung in einer Notfallsituation bis zur langjährigen Pflege eines hilfsbedürftigen Familienmitglieds. Die grösste Gruppe unter ihnen sind Frauen und Männer im Alter von 50 bis 65 Jahren. Sie betreuen meist ihre Eltern oder Schwiegereltern. Zwei Drittel der Erwachsenen, die Angehörige betreuen, sind erwerbstätig. Sie übernehmen gleichzeitig während mehrerer Stunden pro Woche Betreuungsaufgaben, oft für mehrere Jahre.
Auch Kinder und Jugendliche betreuen mit, schweizweit schätzungsweise 49’000. 40% dieser «Young Carers» betreuen ihre Grosseltern, 32% einen Elternteil. Der Rest betreut Geschwister oder Personen ausserhalb der Familie. Im Vordergrund steht die emotionale Unterstützung. 17% der Young Carers haben gesundheitliche Risiken, weil sie zu wenig Freizeit haben, um sich zu erholen. Problematisch ist auch, wenn sie ungenügende soziale Unterstützung innerhalb oder ausserhalb der Familie erhalten.
Angehörige berichten sowohl über positive als auch negative Auswirkungen ihrer Betreuungsaufgaben. Sie beurteilen beispielsweise positiv, dass sie Neues dazulernen oder dass die Aufgaben ihr Selbstwertgefühl stärken. Die Betreuung kann allerdings auch zu finanziellen, psychischen oder physischen Belastungen führen. Wird die Belastung zu gross, können betreuende Angehörige selber erkranken. Oft finden betreuende Angehörige keine passenden Entlastungsangebote oder nehmen externe Hilfe zu spät an.
Die unverzichtbare Arbeit betreuender Angehörigen muss mit guten Rahmenbedingungen erleichtert werden. Rechtzeitige Entlastung ist wichtig, damit betreuende Angehörige selbst gesund bleiben. Wer nahestehende Personen pflegt oder betreut, soll weiterhin einer Erwerbsarbeit nachgehen können. Für gute Rahmenbedingungen sorgen beispielsweise finanzielle Entlastungen, Tagesstrukturen für die betreute Person, oder Austauschmöglichkeiten mit anderen Betreuenden.
Betreuende-Angehoerige

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