Fortbildung: Mischkonsum bei Jugendlichen – Wie können wir die Angebote der Suchtarbeit für junge Menschen zugänglich machen?

Aktuelle Studien zeigen, dass eine bedeutsame Anzahl junger Menschen Erfahrungen mit nicht verschriebenen Medikamenten und Mischkonsum hat. Es scheint zudem, dass einige Jugendliche Medikamente und andere psychoaktive Substanzen im Sinne einer Bewältigungsstrategie konsumieren, um mit Stress und Belastungen umzugehen. In dieser Fortbildung werden Praxisansätze aufgezeigt, wie es gelingen kann, den Zugang zu Beratung und schadensmindernden Angeboten für Jugendliche zu verbessern.

Details zum Event

Datum und Uhrzeit
12. März 2024
09:15 - 17:00
Ort
Volkshaus Zürich
Stauffacherstrasse 60
8004 Zürich
Veranstalter:in
Fachverband Sucht
Themen
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Beschreibung

Mischkonsum bezeichnet die gleichzeitige oder zeitnahe Einnahme von zwei oder mehreren psychoaktiven Substanzen, sodass sich die Wirkungen überlagern. In letzter Zeit hat vor allem der Mischkonsum bei Jugendlichen Aufmerksamkeit erregt, wobei insbesondere die Kombination von zentralnervös dämpfenden Medikamenten (z.B. Opioide wie Codein, Tramadol; Benzodiazepine wie Xanax) oder der Mischkonsum von dämpfenden Medikamenten mit Alkohol in Erscheinung traten.

Aktuelle bevölkerungsbezogene Studien wie z.B. die HBSC-Studie oder die z-proso-Studie zeigen, dass eine bedeutsame Anzahl junger Meschen Erfahrungen mit nicht verschriebenen Medikamenten und Mischkonsum hat. Dies birgt hohe Risiken: Die Kombination von zentralnervös dämpfenden Substanzen kann lebensgefährlich sein. Zudem scheint es, dass einige Jugendliche Medikamente und andere psychoaktive Substanzen im Sinne einer (dysfunktionalen) Bewältigungsstrategie konsumieren, um mit Stress und Belastungen umzugehen und den Widrigkeiten zu entfliehen. Dadurch entsteht ein Risiko für eine Suchtentwicklung. Obschon Fachpersonen und Institutionen das Phänomen zunehmend als wichtig erachten, fehlen sowohl Strategien als auch Angebote, um diese Jugendlichen zu erreichen und adäquat zu versorgen. Oder – andersherum formuliert – für viele dieser Jugendlichen sind die Suchthilfeangebote schwer erreichbar. Dies geht auch damit einher, dass risikopräventive und schadensmindernde Botschaften und Informationen bei konsumierenden Jugendlichen oft nicht ankommen.

In dieser Fortbildung werden Herangehensweisen und Praxisansätze aufgezeigt, wie es gelingen kann, den Zugang zu Beratungsangeboten und schadensmindernden Angeboten für Jugendliche zu verbessern. Zudem wird ein Diskurs darüber geführt, wie die Risikokommunikation aus der Perspektive der Prävention und der Schadensminderung verbessert werden kann. Der Ablauf gliedert sich in die Teile «Grundlagenwissen», «gute Praxismodelle», «Haltung» und «Vernetzung und Zusammenarbeit».

Lernziele
− Die Teilnehmenden verfügen über aktuelles Grundlagenwissen zu Medikamenten(misch)konsum bei Jugendlichen.
− Sie erhalten Ideen und Impulse, wie die eigenen Angebote weiterentwickelt werden können, um die Zugänglichkeit für Jugendliche zu verbessern.
− Zudem wird ein Austausch zwischen Fachleuten der Beratung und Behandlung, Schadensminderung und der Prävention ermöglicht.
Zielgruppe

Diese Fortbildung richtet sich an Fachpersonen, die in der Suchtberatung, Behandlung, Schadensminderung und Prävention tätig sind.
Referierende

- Alwin Bachmann, Stv. Leiter Infodrog, Leitung und Koordination des Online-Suchtportals «SafeZone.ch»
- Yannis Green, Sozialarbeiter, Drogeninformationszentrum (DIZ) Stadt Zürich

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